Skip to main content

Europa für alle!

  • warning: Declaration of views_plugin_style_default::options(&$options) should be compatible with views_object::options() in /var/www/sinnfragen/sites/all/modules/views/plugins/views_plugin_style_default.inc on line 0.
  • warning: Declaration of views_handler_argument_many_to_one::init(&$view, &$options) should be compatible with views_handler_argument::init(&$view, $options) in /var/www/sinnfragen/sites/all/modules/views/handlers/views_handler_argument_many_to_one.inc on line 0.

Die BefürworterInnen Europas sind nach Monaten der Defensive in die Offensive gegangen. Im Manifest Europa fordern viele Intellektuelle die Ausweitung des europäischen Freiwilligendienstes und des Erasmus Austauschprogrammes. Besonders der Freiwilligendienst soll allen Bürgerinnen und Bürgern Europas, egal ob Student oder Handwerkerin, ob Professorin oder Arbeitsloser, zugänglich gemacht und angemessen bezahlt werden. Doch es geht um mehr.

Es geht um die „Neugründung der EU von unten“ wie die ZEIT am Mittwoch titelte. Politische Partizipation ist das eine. Zur Schaffung einer europäischen Identität ist jedoch mehr nötig als europäische Wahlen und Petitionen auf transnationaler Ebene – es muss Möglichkeiten geben, die europäische Realität auch durch verantwortliches Handanlegen und den Dialog zwischen den EinwohnerInnen des Kontinents mitzugestalten.

Der Vorschlag zielt auch darauf ab, eine europäische Öffentlichkeit zu schaffen. Zu einer solchen gehört die Identifizierung des oder der Einzelnen mit der Realität in anderen Ländern. Ein Gefühl des „es geht mich etwas an, wenn in Ungarn die Pressefreiheit gefährdet ist“. Dass ein solches Gefühl durch einen Freiwilligendienst oder ein Austauschprogramm gefördert wird, wird den meisten LeserInnen dieses Blogs bekannt sein – bisher standen diese Möglichkeiten aber vor allem jungen Menschen in ihrer Ausbildung (meist einer universitären) offen. Das soll sich nun ändern. Es wäre ein großer Schritt hin zur Bildung einer europäischen Identität, die nicht ausschließt, dass wir uns auch weiterhin gleichzeitig als WeltbürgerInnen, Deutsche, Bayern oder BerlinerInnen fühlen.

Soweit, so gut. Doch die vorgeschlagene Initiative würde viel Geld kosten, sehr viel sogar. Doch würde sie das Projekt Europa deutlich weiter vorantreiben, als es kontroverse Banken- und Staatenrettungen tun können. Es würde die Basis legen für eine weitergehende Integration der Nationalstaaten, zu der im Augenblick die Zustimmung der Wahlvölker fehlt. Ein vermehrter Austausch der europäischen BürgerInnen könnte ein Gespür für den Wert eines geeinten Europas weiter ausbauen und die öffentliche Meinung verändern. Er könnte die bisher fehlende Basis Europas aufbauen – eben, ein Europa von unten an die Stelle eines Europas von oben setzen und so zukünftige Kosten, die aus einem tiefen Misstrauen gegenüber einem geeinten Europa erwachsen, verhindern. Einem solchen Gemeinschaftsgefühl kann man kein Preisschild anheften. Es ist unbezahlbar.

Kommentar hinzufügen

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.
CAPTCHA
Diese Frage hat den Zweck zu testen, ob Sie ein menschlicher Benutzer sind und um automatisiertem Spam vorzubeugen.